S C H L A G L O C H






VER . REISEN


In einem Kurhotel ist es unvermeidbar, dass unter den Kurg?sten auch ?ltere und gebrechliche Menschen sind mit Gehhilfen, Kr?cken und im Rollstuhl. Bei einem Tischgespr?ch stellte sich die Frage, ob es erstrebenswert ist, so alt und gebrechlich zu werden oder ob es besser w?re mit vierzig oder f?nfzig Jahren "gesund" zu sterben?


Mein Einwand gegen den "gesunden Tod" war, dass man  vieles erst in den sp?teren Jahren erlebt. Gerade das Verreisen k?nnen sich viele Menschen erst in sp?teren Jahren leisten, oft erst nach der Pensionierung. All diese, meistens interessanten und sch?nen Erfahrungen h?tte man bei einem fr?hen Tod nicht machen k?nnen. Meine Frage ist, welche Auswirkungen w?rde das Fehlen dieser Erfahrungen nach dem Tod haben?


Erfahrungen und Erlebnisse f?r das Jenseits.


 


4.6.05 13:20
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(6.6.05 08:03)
Hallo Schlagloch !
Das ist eine interessante Frage.
Ich denke nicht, das fehlende Erfahrungen Auswirkungen nach unserem Tod haben. Das wäre ja schlimm für jene, die "Jung" sterben, ohne es zu wollen. Die Möglichkeiten eines frühen Todes fangen mit Babys während der Geburt an. Genaugenommen schon in der Schwangerschaft.
Meine Vorstellung von Tod sind nicht dahingehend, das uns dort etwas fehlt, sondern das wir "vollkommen" werden. Ein ganzes sein - und für mich als Christin ist sicher - mit Gott, was immer auch Gott ist.
Ich denke, der Verfall unseres Körpers mit dem Alter ist gewollt und unverzichtbar, als Vorbereitung auf das Sterben. Um die Angst zu nehmen... um sterben zulassen zu können....um unser Leben - vielleicht auch demütig - zu vollenden. Ein vorzeitiges Sterben, wenn man noch "Jung" ist, verhindert auch, das die jungen von den Alten lernen. In unserer heutigen Zeit ist das vielleicht nicht mehr so aktuell, aber in allen Generationen vorher wurde Alter und die damit verbundene Lebenserfahrung hoch geschätzt!
Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel :-)
Für mich, als Lebende, ist auch der Wunsch stark, noch soviel Erfahrungen in mich aufnehmen zu können, wie es geht.
Gerade auch, weil ich das Gefühl habe, in jüngeren Jahren nicht bewußt, sondern eher oberflächlich, gelebt zu haben. Ignorierend, das Leben von einer zur nächsten Sekunde endlich ist.
Eine Freundin von mir ist jetzt um die 50 Jahre und durch MS vom Rollstuhl und von uns Freunden und ihrer Familie abhängig. Ganz stark ist ihr Wunsch, nicht bis zum Schluß dahin zu vegetieren. Vielmehr möchte sie noch soviel, wie möglich, in der verbleibenen Zeit "erleben". Auf keinen Fall jetzt schon sterben, obwohl sie einen nahen Verwandten an der Krankheit hat elendig sterben sehen und genau weiß, was auf sie zukommt.
"Tod sein kann ich noch lange genug. Jetzt lebe ich erst noch." sagt sie immer.
Liebe Grüße :-)


(7.6.05 08:56)
Hallo Schlafmütze!
Dein Kommentar ist eine interessante Weiterführung meiner Bloggedanken. Dies wäre ja auch eine gerechte Sache, wenn der Mensch im Jenseits "vollkommen" wird. Sich als vollkommen erleben wird, auch wenn er im Diesseits, also auf dieser Welt, nicht alle Möglichkeiten dazu hat. Aber wieviel Möglichkeiten braucht der Mensch und wahrscheilich gehen wir immer unvollkommen von dieser Welt.
gruss schlagloch.


(7.6.05 23:16)
Hallo Schlagloch...
Der Gedanke ging mir gar nicht mehr aus dem Kopf: Vielleicht sind wir ja auch schon HIER vollkommen...und erkennen es gar nicht. Weil wir unsere Gedanken vor lauter geschäftigkeit und "Überlebenskampf" nicht zur Ruhe bringen können....vielleicht auch, weil wir falschen Idealen und Zielen hinterherlaufen..., weil wir uns nicht trauen, zu sein, was wir sind.
Liebe Grüße ;-)
Menschen sind einfach eine interessante Spezies. Ich denke liebend gerne über uns nach ;-)

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