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NICHTS . TUN
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte der Sänger Johannes Heesters (103) vor kurzem : „Nichts lässt einen so schnell altern wie das Nichtstun. Das Leben will gelebt werden.“ Nichts hat in den letzten Jahren soviel Emotionen und Diskussionen freigesetzt wie die Pensionsreform. Noch immer ist dieses Thema nicht ausdiskutiert. Arbeiten wir zu wenig und gehen wir zu früh in Pension ? Vor allem wie lange ist man arbeitsfähig und wann beginnt die Arbeitsunfähigkeit. Dies dürfte von Beruf zu Beruf verschieden sein. Ein Kernpunkt für die Arbeitsfähigkeit dürfte die emotionale Bereitschaft sein, mit der man seinen Beruf ausübt. Wenn die Sinn der Arbeit verloren geht, die Erfolge ausbleiben, die Erwartungen nicht erfüllt werden und sich viele Schwierigkeiten ergeben, dann werden mit zunehmenden Alter die Gedanken immer öfter um die Pension kreisen. Man wird neidisch auf die Gleichaltrigen blicken, die schon in Frühpension sind oder auf die Dauerarbeitslosen die jeden Tag ihre Lokalrunde im Ort machen. Vielleicht sollte man an solchen Tagen an die zwei Sätze von Heesters denken, dass einem nichts schneller altern lässt wie das Nichtstun und das Leben will gelebt werden. Das Nichtstun birgt die Gefahr in sich am Leben vorbeizuleben. Wer mit dreißig Jahren nicht gelebt hat wie ein Dreißigjähriger, wird er es mit fünfzig Jahren nicht mehr können. Vom Verstand der rückwärts geht. |
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