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LEBENS . WARNUNG
Es ist offensichtlich, dass wir uns an ungewöhnliche Wettersituationen gewöhnen müssen. Die Winter sind schneearm, es gibt im Herbst Regenfälle von nicht bekannter Intensivität, dann wieder Hitzerekorde im Jänner oder tropische Temperaturen im August. Das Wetter entspricht nicht unseren Erinnerungen, es stimmt mit der jeweiligen Jahreszeit nicht mehr überein. Bei der Wettervorhersage kommt es immer öfter zu Hochwasserwarnungen, Sturmwarnungen oder Lawinenwarnungen. Schon seit einen halben Tag werden in den stündlichen Radionachrichten die Zuhörer vor einem Sturmtief gewarnt. Vor dem Parkcafe in Villach biegen sich die Sträucher und Palmen im Wind. Die ersten Menschen blicken besorgt auf die windgerüttelten Pflanzen. Sind dies schon Vorboten des nordatlantischen Sturmtiefes oder ist dies noch die Ruhe vor dem Sturm. Man schließt den Mantel bevor man das Lokal verlässt. In der Stadt sind die Leute dabei ihre Fenster zu schließen, oder vom Balkon die Stühle wegzuräumen. Hausbesitzer gehen mit sorgenvollen Blicken um ihr Eigenheim und kontrollieren in den Gärten die Plastikplanen, aber auch die Gartengeräte auf ihre Windsicherheit. Was bringt die Sturmwarnung, wenn das Sturmtief seine Richtung ändert, oder bei einer Hochwasserwarnung, wenn sich der Boden aufnahmefähiger zeigt als vorhersehbar. Wer warnt uns vor dem Leben, vor dem Alltag, vor den nächsten Tag, vor den Unglücksfällen des normalen Lebens. Gibt es nicht auch das Lebenstief, dass sich von irgend einer Seite nähert und wir nehmen es erst wahr, wenn es uns erwischt. (Tagebuch, 18.01.07) |
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