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NEUE WEBADRESSE: |
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BLOG.CHECK
Aus den vielen Anmeldungen, die mittlerweile für den Blog-Check eingegangen sind, habe ich per Zufall den Blog, www.schlagloch.at, ausgewählt, schreibt "blogprojekt". |
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BLOG . FREUNDE
Hallo BlogfreundeInnen! Der Name „schlagloch“ ist Fantasie und Wirklichkeit. Das Blog schlagloch.20six.de ist in einem Schlagloch verschwunden. Ein neues Schlagloch öffnet sich: www.schlagloch.at Über eine neue Verlinkung freut sich der „schlagloch blogger“. P.S. Alle Texte und Kommentare von schlagloch.20six.de werden in das neue Blog übertragen: www.schlagloch.at |
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DER . FÖHN
Vom Stallersattel fällt der Föhn in das Tal und stürmt Tal auswärts. Es kracht im Zirbenwald und eine Kreissäge fräßt sich in das Holz. Von den Dächern der Holzhütten tropft es ohne Unerbrechung, das Schmelzwasser fließt in eine Gartentonne. Die südseitigen Küchenfester und Balkontüren sind geöffnet. Vom Balkon blicken die Leute auf die schneebedeckten Berge der Schattseite. An manchen Stellen bekommt die Schneedecke über dem Bach ein Loch und das Wasser sprudelt laut dahin. Auf der Strasse bilden sich kleine Rinnsale in den Eisflächen, das Wasser sammelt sich am Straßenrand und fließt die Straße entlang. Vor der Haustüre und in der Garageneinfahrt zerschlagen die Bewohner die Eisplatten mit einem Pickel und schaufeln das gebrochene Eis in die Sonne.
Die Mütter schieben die offenen Kinderwägen die sonnseitige Strasse entlang und die Vögel trällern in den Ästen der blühenden Palmweiden. Der Föhn bricht ein. |
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NOT . ARZT
Beim Abendessen sitzt am Nebentisch eine schlanke Frau mit heller Gesichtsfarbe, langen Haaren und drei Kindern, das Jüngste an ihrer linken Seite. Sie essen gerade die Nachspeise. Ein Gedeck steht unberührt am Tisch, für ihren Mann? Ihr Blick ist gesenkt, sie spricht zu den Kindern mit gedämpfter Stimme. Die Kinder stellen keine Fragen. Am nächsten Morgen sind die Kinder beim Frühstücksbuffet, die Frau wendet den Blick zur Seite. Man lobt wie brav und artig die Kinder sind. Die Frau gibt ihre Hände vor das Gesicht und bricht in Tränen aus. Ihre Kinder befinden sich noch im Schockzustand, der Mann sei gestern im Funpark mit den Skiern vor den Augen der Kinder gestürzt. Beim Springen über die Schanze sei er aus den Skiern gekippt und so unglücklich auf der Piste aufgeprallt, dass er auf der rechten Seite Serienrippenbrüche habe und das Schultergelenk verletzt ist. Das Schlimme sei, dass die Lungenfunktion beeinträchtigt ist. Nach dem Sturz sei er bewusstlos am Boden gelegen und die jüngste Tochter habe gefragt, ob der Papa jetzt tot ist? Mit dem Rettungshubschrauber ist er in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht worden. Er liegt auf der Intensivstation, sein Zustand sei über Nacht stabil gewesen, eine Operation ist zurzeit wegen der schwachen Lungenfunktion nicht möglich. Sie weint noch mehr. Vor den Kindern bleibt sie tapfer, ein Besuch mit den Kindern im Krankenhaus sei wegen des schlechten Gesundheitszustands nicht möglich. Bei unserer Anreise haben wir der Notarzthubschrauber aus dem Tal fliegen gesehen. Das Hubschrauberdröhnen in den Bergen gilt im Winter den gestürzten Skifahrern und im Sommer den abgestürzten Bergsteigern. Kein schöner Tag. |
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OSTER . DANK
Mit dem Rücken lehne ich an die Kirchenmauer in Schruns, der Brunnen auf dem Kirchenplatz plätschert im Sonnenschein. Wärmt die Institution Kirche die Menschen, dies ist eine wichtige Frage. Viele Menschen klagen über die menschliche Kälte in unserer materiellen Welt. Strahlt die Kirche soziale Wärme aus, dann müsste sie viel Zulauf haben. Im Evangelium wird vom Haus Christi gesprochen und in einem Haus ist es heimelig und warm. Ich setzte mich auf eine Bank neben dem Brunnen. Meinen Banknachbar halte ich für einen zeitungslesenden Touristen mit Sonnenbrille und einem abgestelltem Wanderrucksack. Nach einiger Zeit sehe ich, dass der Rucksack mehrere Bierflaschen enthält, aus denen der vermeintliche Tourist immer wieder einen Schluck trinkt. Wer nimmt sich seiner an, wie christlich sind wir dann. Reden wir über das Christentum, so reden wir von unserem westlichen Standpunkt aus. Der Wohlstand wie wir ihn kennen ist die Ausnahme und nicht die Regel. Der Banknachbar hat Vertrauen zu mir gefasst und ersucht mich, auf den Rucksack mit seinen Habseligkeiten aufzupassen. Er muss im Ort etwas erledigen. Eine halbe Stunde vergeht. Entlang der Strasse nach Schruns stehen die Ankündigungen für das Milkafestival. So werden das Montafon zum Milkafon und die Montafonerkühe zu Milkakühen. Der Schnee auf der Silvretta ist nicht mehr weiß sondern lila. Alles ist lila, der Schianzug, das Mofa und die Häuser. Die Gedanken werden lila und der Himmel wird ein lila Himmel sein. Amen. Ein Theologe spricht bei den Ostergesprächen über „Das Reich Gottes auf der Welt“. Er beharrt nicht auf den Dogmen der Amtskirche. Für ihn bedeutet das Reich Gottes keine Erfüllung im Jenseits, hier auf dieser Welt soll die Botschaft Jesus seine Wirkung zeigen, sich erfüllen. Reden wir über Bibelstellen dann betrachten wir diese aus der Sicht eines satten Europäers. Die Auslegung der Bibelstellen entspricht dem Zeitgeist. 3.4.19.. Aus dem Tagebuch ALLEN MEINEN LESERINNEN UND LERSERN EIN ERHOLSAMES UND GLAUBHAFTES OSTERFEST. |
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GALLTÜR
Am Vormittag habe ich die Souvenirmesse in Salzburg besucht, jetzt bin ich im Zug auf der Fahrt nach Vorarlberg. Auch wenn ich eine oder zwei Stunden länger auf der Messe geblieben wäre, ich hätte nichts mehr Neues entdeckt. Es ist eine menschliche Schwäche, dass man nicht Schluss machen will, dass man das Gefühl hat, wenn man zu früh geht, könnte man etwas versäumen. Auch für manchen Event wird mit verschiedenen Ankündigungen geworben, mit dem Versprechen von nützlichen Informationen, sodass man sich gezwungen fühlt diese Veranstaltung zu besuchen. Oft sind es nur Wiederholungen. Ich mache einen privaten Besuch, hinaus aus dem Geschäftsalltag, die Gemütslage hoffnungsfroh. Der Zug fährt durch das Stanzer Tal, Richtung Arlberg. Auf der anderen Bergseite, im Paznaun Tal hat vor drei Wochen in Galltür ein Lawinenunglück über dreißig Menschen in den Tod gerissen und den Ortskern zerstört. Viele fragen sich warum. In der Zeitung hat man gelesen, dass unter den Lawinenopfern über Siebzigjährige, aber auch Fünfundzwanzigjährige und Fünfjährige sind. Fünfjährige Kinder unter den Toten, die Frage bleibt warum und wo bleibt Gott. Mein Sitznachbar im Zug beschäftigt sich, seine Lektüre nach zu schließen, mit Theologie. Er liest ein Buch mit dem Titel „Existenzfragen in der Theologie“. Ich spreche ihn auf das „Warum“ an, warum stirbt ein Jugendlicher, ein Kind unter einer Lawine. Auf das „Warum“ kann er keine Antwort finden. Wir sollen versuchen aus einem sinnvollen, einem erfülltem Leben, den Tod zu akzeptieren. So wie wir die Geburt akzeptieren und die Geburtstage feiern, müssten wir auch den Tod akzeptieren und feiern. Mehr Hoffnung gibt es für diejenigen, welche eine jenseitige Welt annehmen. Es ist einfach für die, welche glauben. Wir schieben den Zeitpunkt des Todes immer weiter hinaus, bald jenseits von Hundert. Es wird uns ein immer längeres Leben versprochen, von der Politik, von den Sozialversicherungen, von der Medizin. Werden wir in ein Krankenhaus eingeliefert verlangen wir von der Medizin, dass alles Mögliche getan wird um die Krankheit zu stoppen, zu heilen, um das Leben zu verlängern. Mit Geld kann man vieles kaufen, auch ein längeres Leben. Gesellschaftsstudien zeigen, dass wer gut verdient, lebt länger. Die Frage nach dem Lebenssinn wird dann noch brennender. Die Einen finden ihren Sinn im Beruf, in der Partnerschaft, im Fortkommen der Kinder oder im Hobby. Für mich erschließt sich der Sinn im Leben im Verfassen von Texten, von Gedichten. Die Zeit für meine literarische Tätigkeit muss ich von meiner Umgebung massiv einfordern. Es ist nicht wichtig ob meine Texte Anerkennung finden, ob ich Erfolg habe, wichtig ist, dass sie geschrieben werden. 21. 3. 19.. Der Zug fährt durch das untere Inntal in Richtung Kufstein. Ein sonniger Tag, der den Frühling ankündigt. Aufbauend nach den kalten trüben Wintertagen. Vielleicht sind die Jugendtage die Aufbautage für das Alter. Heute fühlt sich niemand alt. 14.3.19..Aus dem Tagebuch
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SELBST . DIAGNOSE
Die meisten Tageszeitungen haben einmal in der Woche eine Gesundheitsbeilage, mit Ratschlägen für Jedermann und Jederfrau. Es werden Symptome beschrieben, die jeder an sich vergleichen kann. Dazu folgt eine Empfehlung wie man diese Krankheitsanzeichen mit Hausmittel behandeln kann oder ob es notwendig ist, einen Arzt aufzusuchen. Die Schwierigkeit für einen Laien liegt darin, die beschriebenen Symptome richtig zu deuten. Es hängt meistens von der Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen ab, ob er seinen Symptomen viel Aufmerksamkeit schenkt oder wenig. Medizinstudenten kämpfen damit, dass sie Symptome am eigenen Körpers als Krankheitsbilder aus den Lehrbüchern wahrnehmen, meistens solche der schlimmsten Art. Deshalb lehnen es viele Ärzte ab, sich selbst eine Diagnose zu stellen und suchen lieber einen Kollegen auf. Nach einem Wochenende kommt eine größere Anzahl von Menschen in die Ambulanz des Krankenhauses und klagt über die Symptome aus der Gesundheitsbeilage. In der Regel können sie von den Ärzten beruhigt werden. Diejenigen, wo es wirklich zutrifft, vermeiden es zum Arzt zu gehen. Der Menschenfeind. |
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TAG . WACHE
Am Morgen aus dem Schlaf zu erwachen erlebt jeder anders. Die einen können das Aufstehen kaum erwarten, sie haben eine Nacht mit Schmerzen, Schlaflosigkeit und Alpträumen hinter sich. Nach einer solchen Nacht ist man froh, wenn man aufstehen kann, auch wenn man unausgeschlafen ist. Andere haben einen gesunden Schlaf, sie schlafen bis in die frühen Morgenstunden, um mit neuer Energie und Lebensfreude aufzustehen. Andere fühlen sich am Morgen abgeschlagen und müde und weigern sich aufzustehen. Ihre tiefste Schlafphase erleben sie in der Früh und stehen erst spät am Vormittag auf. Die Genussschläfer leisten sich den Luxus den ganzen Vormittag zu verschlafen und beginnen den Tag mit einem Frühstück um die Mittagszeit. Müde gehe ich zur Ruh. |
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